Overload.


Um es in Worte zufassen brauche ich Musik, Musik dir mir hilft zu erkennen, was mir in mir verloren gegangen ist.
 

Es fühlt sich komisch an, wenn man plötzlich nur noch funktioniert.
Wenn man den Weg stur weiter läuft, ohne dabei nach links und rechts zu sehen.
Wenn man sich an seine Leidenschaft nur noch erinnert, aber die Sehnsucht nicht mehr fühlt, wenn man darauf blickt.
Man fühlt sich plötzlich nicht mehr wohl in seine Haut, die Fassaden scheinen nun mehr gigantisch und man selber dazwischen nicht minder wert als ein Staubkorn.
Man ist wirklich drauf und dran alles hinzuschmeißen.
Die ganzen Gedanken in alte Gläser zu packen und sie zu verstauen.
NEIN. 
Sie zu nehmen und gegen die Wand zu hauen.
Zu sehen, wie das Glas in großen Wolken hernieder rieselt in winzigen Scherben, darin liegend die Essenz, die noch vor einiger Zeit das Herz vor Glück weinen ließ.
Es ist momentan als wäre die Welt wirklich ergraut, als sei man blind, die Farben verschwommen zu einem dunklen Nebel.
Man möchte schreien, der Welt unter sich mitteilen, dass man ausgebrannt ist, dass das eigene Feuer erlöschen.
Rauchend unter dem sauren Regen hernieder gegangen.
Die Luft scheint plötzlich so leer, der Geruch der Freiheit nicht mehr wahrnehmbar.
Die Zeit im Nacken verlangen wir uns zu viel ab, am Ende bleiben nur unsere leeren Hüllen vollgestopft mit sinnlosen Phrasen und Gedanken.
Kein Platz mehr für die Kreativität, keine Ruhe für sich selbst.
Ich sehne mich danach die Ruhe zuhören, sie zu spüren, wenn sie mir unter die Haut fährt und ich gegen meine Seele gelehnt beginne zu träumen.
Doch jetzt bewege ich mich kreiselnd schnell auf einen Sturzflug hinab zwischen die kalten Steine dieser Straße, diesem Weg, auf dem ich noch so weit gehen wollte.
So viele Reisen erleben wollte, so viele Tränen lachen wollte und so viele Gedanken hinterherjagen.
Doch ich stehe hier allein, Nebel umkreist mich, verschleiert den Weg weiter hinauf.
Weiter zu den Zielen, derer ich mich sehnte.
Doch mir ist gänzlich egal, wohin ich wollte, wie schwer oder leicht es war, wie lang es noch dauern würde, denn ich bin nicht mehr bereit ihn zu gehen, diesen Weg.
Ich erkenne mich nicht wieder und das lässt mich weinend auf die Knie fallen.
Bittend hebe ich den Kopf zum Himmel und hoffe, dass hinter den Wolken, im Regen meine Hoffnung und meine Sehnsucht versteckt sind.
Das sie, ebenso wie ich, nur einen Atemzug lang zur Ruhe kommen wollen.
Nur kurz die Augen schließen und fühlen wollen, dass sie noch leben.
Das sie noch ihre eigener Herr sind, die Kontrolle besitzen.
Ich habe das Gefühl mir gleitet all das, was ich so liebte aus den Händen, strebt weg von mir, statt mich zu besuchen und zu verzaubern.
Meine Hände nicht mehr fähig umzusetzen, was meine Gedanken, verrauscht und verzehrt hindurch durch diesen Krach in meinem Kopf, versuchen zu schreien.
Ich selber verstehe sie ebenso wenig, es scheint mir als sprechen sie unvermittelt eine andere Sprache.
Ich sehne mich danach wieder mit ihnen zufliegen, mich wieder fallen zu lassen und aufgefangen zu werden von den Wolken dieses Gedankenchaos‘.
Doch gerade richtet sich alles gleich, kein Gedanken kreuzt den Anderen, keiner gibt wahnwitzig Widerwort meiner Kontrolle.
Keiner lehnt sich auf, um mir zu zeigen, was es heißt, inspiriert zu werden.
Es ist so schwer nach oben zu blicken, wenn der Wind einem eiskalt ins Gesicht schlägt.
Irgendwo auf diesem Weg bin ich verloren gegangen.
In einzelne, kleine Scherben zerbrochen.
Versunken im Treibsand der Hektik.
Der Schwindel trübt meine Sicht.
Lässt mich taumeln und fallen.
Niemand da der mich auffängt.
So sehr sie es auch versuchen, der doppelte Boden nützt nichts.
Ich falle unendlich lang.
Zumindest fühlt es sich so an.
Es soll endlich aufhören.
Aufhören so träge in mir zu ruhen, dieser Wunsch „Lebe wohl!“ von alle dem zu sagen.
„Au Revoir“ zu den Träumen meiner Poetenseele in mir.
Abschied nehmen von einer schönen, aber alten Zeit.
Doch ich hoffe derweil auf bessere Tage, denn ganz tief in mir drin fühle ich diese Frau, flüsternd, dir mir sagt:
„Alles darf passieren, nur du darfst niemals aufgeben, was dich glücklich macht, was dich erfüllt bis in die letzte Faser deines Körpers, was dich an die Grenzen deiner selbst brachte und dich lächeln ließ, wenn du wieder ein Ziel erreicht hattest. Was dich weinend und glücklich auf die Knie gehen ließ, weil es dich schwach und stark zu gleich machte. Was dich brennen ließ und unendlich tief zitternd. Diese Stimme in dir darf nicht sterben, versprich mir das!“
Das haucht sie mir zu, streckt die Arme aus, nur damit ich sie ergreife.
Ich schaue sie nur an, bewege mich nicht und nehme nur wahr, wie ihre Gestalt zu bröckeln beginnt.
In kleine Scherben aus buntem Glas, ergraut vom Schmutz dieser Straße sammle ich sie auf.
Schenke ihnen ein zu Hause in einem meinen Gläsern der Erinnerung.
Werde sie hüten, bis ich spüre, dass mir meine Seele gestärkt erwacht und ich meinen Weg weiter gehen kann, solange wird sie schlafen, ruhig und besonnen, werde ich wachen.
Sitzend auf meinem Weg, zwischen den Pflastersteinen mit diesem Glas in meinen rauen, blutigen Händen, damit mir keiner nehmen kann, was mir gehört.
Was in meiner Seele gereift und in meinem Herzen erwachsen wurde.
Damit mir keiner meine Welt nehmen kann, die ich mir erbaute, um darin frei zu sein.

- Nóirín - 

 
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