Icarus Child

Manchmal sitze ich einfach nur da starre aus dem Fenster und höre Musik und dann fange ich an Zuschreiben. Diesmal sogar mit einem federführenden Thema. 

Freiheit

Ein Inspirationstext für ein Projekt, dessen Künstlerin Ella Be ich schon länger kenne und sie mir den ersten Entwurf meines Logos zeichnete. Ein Lied prägte diesen Text sehr. Im Kern fokussiert dieser Song meine Reiselust, meinen Wunsch loszulassen und frei zu sein, um auf Reisen zu gehen.


 


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"So glauben wir daran, sind wir alle Ikarus' Kinder." 
Das Leben ist eine Reise. Eine Reise aus Schmerz, Leid und Qualen, doch am meisten besteht sie aus Freiheit. Die Freiheit aus den Fehlern zu lernen, die man immer und immer wieder begeht. Es ist eigentlich wie ein bizarres Spiel, bei dem man zwischen Freiheit und Abgrund balanciert und wenn man doch einmal fällt, weiß man die Flügel auszubreiten und zu den Wolken hinauf zufliegen. Dann bleibt uns nur eins. Die Gedanken auszuschalten, den Wind zu fühlen und abzuheben. Die Stadt unter uns zu spüren, den Puls, die Kraft, die uns antreibt höher zu steigen, höher um Ikarus die Hand zu reichen. Der Sonne entgegen und dem Horizont zu folgen, wohin er uns auch bringen mag. Er führt uns und doch lässt er uns frei. Das ist Freiheit. Freiheit ist sich zu spüren, seine eigene Seele erblühen zu sehen. Seinen eigenen Weg zu wählen und ihn bis zum Ende, zum bitteren Tod zu beschreiten und ihn doch aufs Ungewisse zu verlassen, weil hinter der nächsten Biegung etwas Neues auf uns wartet. Mag sein, dass viele der Stimmen schreien, "Gib Acht, es könnte der Abgrund sein, der hinter diesem Berg liegt.", und doch ist der Aufstieg mein Ziel und der freie Fall danach, was ich erleben will. Ich gestehe, mir liegt es fern in Ketten gelegt, zu leben. Schmerzen und Qualen zu erleben, die mir die Luft zum Atmen nehmen, auch wenn es heißt, einmal mit gebrochen Flügeln zu Erde zu stürzen, so werde ich mich erheben, das Blut von den Händen waschen und erneut das Fliegen auf den Schwingen der Freiheit erlernen und mich nach ihr sehnen. Es ist mehr als eine Sehnsucht, es ist eine schmerzhafte Gier, mich loszureißen von den Mauern, mich zu entfernen von den leeren Hüllen mit den verzerrten Masken. Mich auf zu richten und über all das hinweg zu schauen. Ich möchte die Welt von oben erkunden. Ich möchte noch viel mehr. Ich möchte die Freiheit besitzen die Zeit anzuhalten und zurück zu drehen, die tief schwermütigen Momente einzufrieren, sie solange zu betrachten bis mein Herz darin zerspringt in Abertausend Stücke. Ich möchte erfahren wie es ist, wie ein Donnergrollen über die Erde zu ziehen, Schmerz und Trauer hinauszuschreien und nur noch Freude zu empfinden. Obgleich sich das Herz und die Seele anfüllen mit einem Gemisch, das sie bald zum Bersten bringt, dann erfahre ich endlich wie es ist in sehnsüchtiger Freiheit unterzugehen. Es ist so viel mehr, was darin steckt, wenn man nur dahinter blickt. Es ist wie ein Sternhimmel einer ganzen Galaxy, wunderschön, mächtig und abgöttisch tödlich beginnt man nur ein Element zu verschieben und genau das will ich, mit den Göttern Katze und Maus spielen, ihnen zeigen, wie es ist, frei zu sein, zu fliegen, meinet wegen auch dem Tod entgegen. Nur dieses eine Gefühl will ich spüren tief in meiner Seele und umklammernd in meinem Herzen, auch wenn mein Herz danach schwarz sein wird. 
Ich spüre meine eigene starke Melodie, sie kreischt nach außen, verzehrt sich nach Harmonie, verzerrt sich zu einer schrägen Verdrehten, doch ich will, dass sie frei ist, will das sie sich verändert, immer aufs Neue Töne hervor bringt, die sich zu einer überwältigend Symphonie herauf schwingen. Dabei möchte ich ebenso hören, dass sie sich verspielt, denn nichts ist perfekt, solange wir versuchen es zu verändern, doch lassen wir es frei, was in uns steckt, wird es von ganz allein zu dem, was wir sind. Es wird ein Teil von uns. Es ist so viel wichtiger, als all das andere, was man versucht zu erreichen. Dieses Ziel bedarf all unsere Kraft. Ich beneide die Raben. Sie herben sich unser eins, sind intelligent, prächtig und kraftvoll und können, wann immer es ihnen beliebt, abheben sich ihrer Gedanken entledigen und "Au Revoir" in den Himmel schreien. Gib mir die Freiheit meinen Körper zu verlassen, jemand anders zu sein, nur um zu sehen, wie es ist sich frei zu fühlen, frei von den eigenen Ängsten zu sein und damit frei von den niederschmetternden Schmerzen. Ich will spüren, wie sich anfühlt mit einer anderen Seele zu leben und mit ihr im Regen zu tanzen. Golden durchscheinenden die Tropfen, die vor der untergehenden Sonne herabrieseln, um zu verschwinden am Ende der Welt, sich hinab zu stürzen in einen Neue.
Schließen wir nur eine Sekunde lang die Augen, werden wir den Pulsschlag der Zeit spüren und das Atmen der Erde hören. Und ich verrate euch etwas, er ist unregelmäßig, weil so viele Elemente ihre Kraft hineinstecken und jedes für sich frei ist von dem Anderen den Zwang zu unterliegen, sich gleich zu richten. Es ist als könnte jedes von ihnen die Ozeane durchqueren. Mit nur einem Atemzug hinab tauchen, um am Abfluss der Welt zu ziehen, in dem all der Dreck verschwindet, all das Elend und die Verschwendung. All das wendet sich zu einem neuen Ort, an dem man frei atmen kann. An dem man spürt, wie der Regen flüstert mit ihm zukommen, auf neue Reise, in dem der Wind unser Bett ist, die lila Wolken unsere Decken und die Sterne unser Kompass. Neugeboren zu sein, hinaus in die Welt zu ziehen und zu singen, zu tanzen und die den Puls dieser neuen Welt zu spüren, diesen heftigen Drang weiterzulaufen, bis einen die eigenen Füße nicht mehr tragen. Bis die Sonne untergeht und der Mond unseren Weg erhellt.
Blicke doch einmal hinauf und versuche zu erhaschen, welche Geschichten uns der Himmel zu haucht, was er uns verspricht, wenn wir uns nur endlich von unseren Fesseln lösen. Er schenkt uns Hoffnung nicht wahr? Warum aber ergreifen wir sie nicht und machen sie zu unserem Glück? Wir könnten so viel erreichen, wenn wir uns nur freimachen von den Zwängen der künstlich erschaffenen Welt. Warum erlauben wir uns nicht, unser eigenes kleines Universum, in dem wir der Mittelpunkt sind und alles kreist um uns? In dem die Sonne nur für uns aufgeht, den Himmel rosa malt und untergeht, wenn wir die Nacht brauchen, um unsere von Freiheit geschundenen Seelen zu verstecken, um neue Kraft zu tanken. Ja, wer sollte es sonst tun, wenn nicht wir?
Reiten wir auf dem Rücken der Pferde dem Himmel entgegen, sooft wir wollen, damit wir jedes Mal ein Stück der Freiheit näher kommen. Nun sei endlich frei, frei, wie wir es uns wünschen und gib dich deinem inneren Drang hin.
Geben wir uns die Chance, uns selbst zu lieben und das, was uns ausmacht und lasst uns dabei so töricht sein wie kleine Kinder. Ja, lasst uns spielen gehen auf der Wiese der unendlichen Weiten, den freien Wind unter den Flügeln spüren und erfahren, wie es ist, das wahre Leben zu erkennen.
Spürst du wie sich alles verdreht, wir zu Erde stürzen und uns prächtig fühlen, weil wir Kinder unseres Verstandes und freien Seelen sind? Mutig, unerschrocken und neugierig. Ikarus Söhne und Töchter. So sei es eben, werden wir blind von der Schönheit des freien Willens, so soll es sein und so mögen wir mit einem Lächeln untergehen und in uns fühlen, was Liebe ist. Nichts ergibt mehr Sinn, doch das ist egal, solange wir auf uns vertrauen. Wahr und echt sind. Unsere Träume leben, unser Schicksal selber in die Hand nehmen. Es bleibt uns überlassen, welchen Träumen wir hinterherjagen, welchen Legenden wir Beachtung schenken und ihnen ein Ebenbild versuchen zu erschaffen. Und vielleicht hören wir irgendwann die Engel zu uns sprechen, dass ist, was ich will. Ich bitte nur um einen dieser Momente, dass ich in ihm mein Ende finde. Es ist mein letzter Wille, und dieser Wille soll nur von Freiheit bestimmt sein.

AMEN!

- Nóirín -

 
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1 Kommentare :

  1. Sehr schöner Text, gefällt mir gut. Die Sehnsucht nach Freiheit kann manchmal so stark in einem selbst liegen, dass sei schmerzt...

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