Notes to myself

Verwaschen auf einem Zettel hinterlassen, diese Warnung.



Ich fange wieder an zu sammeln.
Ideen um Ideen, Projekte um Projekte.
Sandkorn um Sandkorn rieselt durch die Uhr.
Unaufhaltsam.
Derweil stapeln sich die Arbeiten und geben mir kaum noch Zeit für mich selber.
Ich fühle, wie diese Ohnmacht in mir aufsteigt, doch mir scheint es völlig egal.
Ein Teil in mir, meine kreative Seele schreit mich an, brüllt aus einer Ecke zu mir herüber.
Nur verstehen kann ich sie nicht.
Oder will ich nicht?
Ich glaube sie warnt mich.
Doch ich gemessen an mir selber, möchte schaffen.
Noch mehr als zuvor!
Möchte immer mehr Projekte als erledigt abhaken, derweil türmen sie sich auf, ohne jemals wirklich fertig zu werden.
Ich höre sie weinen diese kleine Seele in mir.
Ihr Licht wird wieder schwach, glimmt nur noch in der grauen Welt.
Was sie einst mit Farben erleuchtete ist nun wieder von Staub überdeckt und erscheint mir nur noch in grauen Nuancen.
Dennoch fühlt es sich so gut an, erhitzt zu hetzen.
Den Berg hinauf.
Schritt für Schritt all das auf meiner Liste umzusetzen.
Den eigenen Herzschlag in den Ohren rauschen zuhören.
Rücksicht vor meinem eigenen Maximum ist mir unbekannt.
Derweil sollte ich nur auf mich selber achten!
Genug geben meiner kreativen Seele Zuspruch.
Wollen mich stoppen!
Bitten mich darum Einhalt zu gebieten.
Doch ich lächle nur, ziehe an den mir hingehaltenen Händen vorbei, weil der Horizont mir so viel wichtiger erscheint.
Mir so viel mehr verspricht, als mich jetzt auf die Erde nieder zulassen und durchzuatmen.
Wenn die Luft in meinen Lungen brennt und die Muskeln bei jedem Schritt schmerzen, selbst dann gebe ich nicht auf.
Ich will dieses Licht am Ziel, am unendlichen Himmel erreichen und wenn ich dafür blutend aus meiner eigenen Haut fahren muss, um diese Treppe zu erklimmen.
Derweil wimmert nun mehr dieses kleine Licht, säuselt nur noch vor sich hin.
Fleht darum, ruhen zu dürfen für nur einen Augenblick.
Der Anspruch an mich steigt.
Mein Innerer an mich.
Die angestrebte Perfektion macht mich träge und müde, doch ich hetze ihr wie tollwütig hinterher.
Unaufhaltsam klettert dieser Anspruch, dieser Druck eine imaginäre Skala hinauf.
Ohne je ein Ende zu finden!
Ich versinke am Fuße im Dreck. Im Müll meiner Seele.
Ersticke an alle dem, was dieser ständige Stress hinterlässt.
An den Narben, alsbald wieder diese Schmerzen zu ertragen und diese von mir verlangen werden, aufzugeben.
Abzuschalten!
Und völlig zu vergessen, wie faszinierend atemlos schön es eigentlich ist.
Es endet mit diesem Text, die Liste, auf der nun ein weiterer Punkt steht. Und es werden mehr folgen. Sie werden bestehen, doch indes die Künstlersseele dann noch besteht und sie Erfüllung erfahren?
Ich sollte einfach Luft holen.
Die Motive auf mich wirken lassen und erst dann entscheiden, welche ihre Geschichte erzählen dürfen.
Die nötige Ruhe in meine Seele einziehen zulassen und nicht mit Ideen bombardieren, sodass sie zu bersten beginnt.
Jeder besitzt dieses wertvolle Gut nur einmal und verspielt man es, war der Einsatz zu hoch, so bleibt nur dieses zähe, verdreckte Grau zurück.
Die Gläser der Erinnerung unter dem inneren Druck berstend, die Scherben aus der Erinnerung wieder wahrhaft in den Händen liegend.
Diesmal ein Chaos aus noch mehr blutigen Tränen und stummen Qualen, gemischt mit dem bunten Glas.
Meine Lungen sind angefühlt von prasselnder Luft.
Zum Schmerzen angestaut dieses heiße Nichts.
Angehalten.
Meine Seele mich zwingend den Mund zu öffnen und durch meine Lippen diesen brennenden, aberwitzig lauten Schrei hindurchzulassen.
Ihn, diese Last endlich freizugeben, damit sie sich verflüchtigen kann, dass das Brennen in den Venen aufhört.
Sich gleichend mit dem ersten Gewitter auf dieser Reise, hoffte ich diesen Hürden auszuweichen zu können, sie sehen zu kommen, doch wie erblindet und vom Blitz getroffen, bleibt man stehen und lässt die Welle über sich zusammenschlagen.
Doch starr die Augen auf die Welt hinaus gerichtet.
Nichts fokussierend, nur stumm zustimmend.
Wie blind die Scheibe ertastend, der Regen dahinter, die Kühle auf den Körper übertragend.
In der Hoffnung, dass es ein Ende finden würde.
Ob als Ende dieser Geschichte oder als Auszeit ist beinah schon egal.
Einfach jedes verfluchte Mal die Warnungen wahrzunehmen und ignorierend.
Wie lang macht der Körper das noch mit?
Wie lang kann die Seele dieser Verzerrung des Spiegelbilds standhalten?
Wie lang wird es wohl dauern, bis auch der letzte Krieger in mir gefallen ist?
Sollte ich zu meinen Wurzeln zurück oder weiter den neuen Horizonten entgegen?
Bin das noch ich oder nur ein Zwang?
Es bleibt mir nur diese Treppe hinauf zu kriechen, um den neuen Horizont zu erblicken und was er mir diesmal versprechen könnte.


- Nóirín -




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