Kaleidoskop & Welteninsel

Komm näher und ich erzähle dir von meinem Traum der letzten Nacht. 


Es ist wie Schafe zählen am lila gefärbten Himmel.
Als ob die Sonne stehen geblieben am Horizont wartet, bis all diese kleine Fünkchen Hoffnung angezündet sind.
Und am Morgen ist es, als ob eben diese Sterne für einen Tag erlöschen scheinen.
Jeden Abend im Schein der goldenen Sonnenstrahlen wartend auf die kühle Brise der Nacht.
Es ist wie ein Fieber ihnen hinter herzujagen.
Jede Nacht voller Hoffnung ans Himmelszelt zu starren und zu träumen.
Zu erträumen zu ihnen zu gehören.
Strahlend hell schwebend in weit entfernten Galaxien.
Dem Universum zugehörend und doch so winzig klein wie ein Staubkorn zu sein.
Im Dunst der Nebel umhergezogen.
Blind hineingreifend, nur um den sandigen Dunst eines alten Sterns in den Händen zu halten, der wie schwerelos durch die Finger rieselt.
Zu schwirren wie Glühwürmchen in der Nacht.
Von jedem Stern farbige Asche zu stehlen und an mich zuheften.
Mich im Regen der sterbenden Sterne tanzend um die Welt zu wickeln.
Ihre vibrierenden Klänge zu erfahren, wie sie den Körper pulsieren lassen, wenn sich in ihnen ein Sturm zusammenbraut, der sie zusammenziehen lässt.
Winzig klein wie ein schillernder Diamant.
Purpurnen schön.
Und er dann zerspringt wie Glas an einer Wand.
Und als grauer Schauer schillernd zu einer Wolke zusammenfällt. 

Auf dem Schweif einer Sternschnuppe reitend und abertausende Wünsche in die Stille brüllend, die doch nur den einen Traum zu Erfüllung bringt.
In der Nacht dieser tanzenden Träume, im Regenschauer der glänzenden Teilchen hernieder gehend, eine Nacht nur der Schnuppen gewidmet.

Irgendwo dort muss doch die Essenz dieser Welt, dieser Galaxie und dem ganzen Universum zu finden sein.
Aus einem dieser leuchtenden Staubkörner muss doch auch unsere Seele bestehen.
Irisierend schön wie das pulsierende Leuchten am Nachthimmel.
Doch am Ende sitze ich noch immer auf dem erhitzten Asphalt, der Himmel zugezogen, aus lila Wolken kalter Regen auf mein Gesicht fallend, öffne ich die Augen und erkenne wieder nur einen Traum, der hinter den alten Sternen da oben ruht.
Sich nur dann entfaltend, wenn das Fernweh nach ewig weit entfernten Orten herauf steigt.
Es ist, als ob man etwas liebt, das zwar existiert, jedoch weder Echo noch Schatten besitzt.
Es niemals zu einer Berührung kommt, weder hautnah noch alleinig erblickend.
Allein das Träumen verspricht Unvorstellbares.
Die Sehnsucht noch mehr.
Nur einmal diesem Schauspiel beiwohnen zu dürfen, wie aus kreischend heller Materie lautlos totes Schwarz wird und angezogen von ihm der bunt gefärbten Dreck.
Nur einmal fühlen, welch Kräfte am Werke sind an der Scheibe der Galaxie zu drehen und die Ausrichtung zu verändern für nur ein paar Millionen Jahre.
Um das tote Muster längst vergangener Zeiten für uns als Bild zu erhalten.
Dieses Flimmern, markant, als ob der Sender zu weit weg und der Empfänger zu verzerrt.
Nächte, in denen der Mond uns die Wolken und Sterne erhellt, gar stiehlt, scheinen einige von ihnen gegangen, als würden sie sich eine Nacht lang rausruhen, um an einem anderen Tag des Zyklus‘ ihre ganz eigene Melodie mit einer Resonanz zu versehen.
Und uns bleibt nur es zu genießen, was sie lautlos in die Nacht flüstern.
Und zu zählen, wie Schafe zum Einschlafen.
Solange bis uns die Lider müde werden, solange bis wir jeden Winkel entdeckt haben, solange bis jeder Einzelne uns seine Geschichte erzählt hat, auch wenn diese Legende sein mag.

- Nóirín - 


Diese Lyrik entstand als feierlicher Gedanke für das fünf jährige Jubiläum des Buches Kernstaub von Marie Grasshoff. - Eine Künstler-Party.

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