My inner daemon

"Weder Blut noch Schädel sind echt, es bedarf hier nur einer Versinnbildlichung der Revanche an diesem Dämon!"



Das Gefühl, wenn es sich ausbreitet bis in die Fingerspitzen.
Zum Zerreißen gespannt jede Faser.
Meine Haut wird taub, mein Verstand taucht ab.
Regiert wird nun alles von einem körperlosen Biest.
Nicht mehr fähig die eigenen Sinne zu steuern.
Der Körper erjagt derweil Stoß um Stoß.
Die Haut beginnt zu brennen.
Der Verstand taucht erstickend auf und dreht durch.
Ringt nach Luft.
Erfasst keine Realität mehr.
Nur noch fokussiert im Tunnelblick mehr und mehr im Kreis sich verdrehend.
Die Augen plötzlich blind, die Lungen pumpen erfolglos Luft in sich, doch verlieren sie sofort, als wären sie undicht.
Es ist, als ob das Gewicht, was ich sonst auf den Schultern trage, plötzlich tonnenschwer wird.
Nein, da war es immer, nur dann wird mir dieses Gewicht bewusst und ich beginne in die Knie zu gehen.
Zusammenzubrechen.
Für zähe, ewig lange Moment in meinem Verstand beginne ich im Kreis den Schwindelgefühlen zu verfallen.
Von der Beschleunigung mitgerissen zu werden.
Ich würde so gerne schreien, damit das ein Ende hat.
Doch aus meinem Mund entweicht kein Ton.
Er öffnet sich nicht mal.
Ich bin ohnmächtig.
Besitze keine Kontrolle mehr.
Der Verstand schaltet sich langsam ab.
Wird lahm.
Zäh.
Und ich sitze, als mich selber begreifend, in einer dunklen Ecke und hab dem Dämon all das überlassen, was mich gestaltet.
Eine Hülle schenkt.
Nun bin ich körperlos.
Bin gezwungen zu zusehen, was er mit ihm anstellt.
Mit meinem Körper.
Viel zu oft hab ich versucht zu kämpfen.
Zu flehen, zu überdenken, ihn zu besiegen, doch er gewann jedes Mal.
Jedes Mal ein wenig grauenhafter, sodass ich länger mit meinen Wunden geschwächt in der Ecke lag, als das ich gestärkt daraus hervorging.
Nicht immer macht dich das, was dich nicht umbringt, stärker.
Es macht dich erbärmlich.
Dieser innere Dämon schwächt dich.
Er weiß ganz genau, wo er ansetzen muss, um dich und deinen Verstand zu brechen.
Bitterlich genau und maßgeschneidert für dich.
Daher blieb mir immer nur eins zu tun, mich in meine Seele zurückzuziehen.
Denn dahin kann er nicht gelangen.
Hier regieren andere Mächte.
Gewalten, die ihn zu Staub zerfallen lassen in ihrem Angesicht.
Und so bin ich hier sicher, vielleicht, ein wenig mehr zu mir zu finden.
Weil die Seele mein natürlicher Schutz vor ihm ist.
Weil hier seine bösen Blicke mich nicht erreichen können.
Hier kann er mich nicht packen und solange an mir reißen und mich schütteln, bis ich verstandslos zu Boden gehe und zwischen den Scherben meines Körpers und dem Leben hernieder gehe.
Hast mir Tränen in die Augen gedrückt.
Obwohl ich niemals so nah am Wasser stand.
Halt finde ich nur, wenn ich mir die Hand reichen lasse, von Menschen die mein Blut tragen, mich kennen und akzeptieren, diesen inneren Dämon.
Dieses verdammte Miststück, was mein Leben bestimmt.
Ich möchte so gern mit dir abrechnen.
Aber weißt du, was man sagt?
Freunden soll man nah sein, doch Feinden noch näher.
Also werde ich dich an meiner Seite wissen und wann immer ich merke, dass du deine hässlichen Krallen und Hände nach mir ausstreckst, werde ich mich nehmen lassen von dir, nur damit ich deine hässliche Fratze immer besser kennenlernen kann, solange bis ich am längeren Hebel sitzen und mit einem Lächeln deine Freiheit verkünden werde.
Deine tödliche Freiheit.
Du wirst bluten.
Für all die Jahre.
Für all diese Momente, die mich an den Rand des Wahnsinns brachten.
Die mich Stück für Stück zerkleinerten & zermalmten.
Du wirst jedes bisschen zurückbekommen.
Genüsslich.
Langsam.
Wie ein Rausch soll mich diese Lust, dich leiden zu sehen, übermannen.
Und dann, weißt du was, werde ich dich nicht umbringen.
Nein.
Ich werde dein Ende setzen.
Egal wann, egal wie, aber so lange ich das nicht für richtig halte, werde ich dich jedes Mal zurück in meine Arme nehmen und dich heilen lassen.
Dich umsorgen.
Solange bis du von allein gehst.
Von allein.
Gebrochen.
Und schwach. 


- Nóirín -

  
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