Mono [chrom] ton

Wie ein alter Film. Von 1960. Schwarze Silhoutten schieben sich durch die belichteten Reihen. Heute wie damals, dasselbe Spiel?


Spielt es eine Rolle, wie wir uns fühlen, wenn wir jeden Tag demselben Trott hinterher rennen? Monoton dem endlosen Speicher in unseren Köpfen einhacken, still zu sein, Ruhe zugeben, dass wir nur leben, um zu arbeiten?
Dabei frage ich mich, spielt es dann eine Rolle, dass wir nachts nicht mehr träumen?
Gar nicht mehr versuchen den Gedanken bis zum Horizont hinterher zu jagen?
Bei meinem Gewissen möchte ich flehen darum, dass es sich ändert, dieses Gefühl der Hast, im Kreis laufenden Menschenmassen, verschwindet. Sich gleich bewegend, als ob sie eins wären, minder dessen nebensächlich, keiner sich selber treu bleibt. Sich vergisst im angesichts des Ziels der Welt. Zu begreifen, dass ein winzig kleines Zahnrad, verbaut in einer gewaltigen Maschinerie, ersetzbar ist.
Doch spielt es eine Rolle, dass man diese Kenntnis nun bewusst mit sich trägt?
So wie es uns egal ist, hinter den Fenstern, ob die Sonne scheint oder der Regen gegen die Scheibe peitscht.
Gewachsen auf Erde, bilden Beton & Glas eine neue Welt. Eine Welt, deren Gedanke es ist zu leben, doch schauen wir in ihre Straßen, sind sie leer. Leer die Köpfe, derer, die wie Roboter, scheinbar im selben Takt ferngesteuert nach Hause trotten. Oder wie sich kreischend elektrische Rösser über Metall bewegen in ihnen Massen an leblosen Leibern. Augenscheinlich lebend und atmend, doch versucht man ihre Stimmen zu verstehen, erschreckt man ob der Stille und der gleichzeitigen Rastlosigkeit hinter den geöffneten Augen.
Grau in Grau schieben sich diese Gestalten vorwärts, wie Wolken am Himmel. Immer nur dem vor sich folgend. Dabei spielt es keine Rolle, wer sie sind und waren und erst recht nicht, wer sie jemals sein wollten und könnten. Sie werden einfach zu einer dieser, so ist es vorbestimmt, Marionetten. Sich selbstständig bewegend, doch nicht denkend. Nur agierend. All die schönen Dinge falsches Beiwerk zum bösen Spiel.
Auf mich wirkt dies wie ein schlechtes Schauspiel. Wie eine abgrundtief schwarze Komödie. Doch zum Lachen ist mir nicht. Denn das ist die Realität.
Vielleicht gibt es mehr wie mich. Kleine, schillernde Lichter, die versuchen der Welt Farben einzuhauchen und Lächeln zu verschenken. Mag dies gut oder schlecht sein, doch danken die Menschen es mir mit einem Lächeln. Erstrebenswert erscheint mir dieses kleine Ziel.
Und so sammle ich weiter diese kleinen, schillernd bunten Lichter in einem Glas und lasse sie darin tanzen, bis ich sie freigebe, wann immer ich doch hin und wieder einen stummen Schrei aus dieser Masse wahrnehme.

- Nóirín -



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