Pressed.


Oder ein grauer Alltag im Leben. Aufgezeichnet die innere Stimme. 

Petershof Leipzig


5:43
Draußen ist es dunkel.
Kalt. 
Bitterkalt.
Ich glaube, es war so gar Schnee auf den Dächern.
Nach einer kurzen Runde mit der Seele auf dem Fenstersims und der Entscheidung das die Träume definitiv wärmer und schöner sind, Augen zu und weiter geschlafen.

8:13
Helligkeit. Noch nicht auf ihren Höhepunkt aber definitiv besser als diese nächtlich Zeit.
Nebel zieht da am Fenster vorbei.
Schön.
Macht alles zu wabblig zäh.
Die Augen sind noch halb geschlossen. Vorbei an den Gardinen in den Grau in Grau wabernden Himmel gestarrt. Vielleicht noch so halb wach liegen bleiben.

8:15
Es reicht.
Raus hier.
Liegen bleiben ist nicht mein Ding.
Im Vorbeigehen die Katze kurz ans Herz gedrückt und der Tag beginnt.

9:36
Die Entscheidung den neuen Schal um zu schlingen war definitiv richtig.
Es ist kalt. -4 Grad zeigt das Thermometer.
Schnell in die Bahn. Da ist es warm. Auch wenn nur für 10 Minuten.

9:50
Alles weiß. Der Boden vom Schnee und der Himmel zwischen den Wolken und mir voll Nebel gestopft. Schön.
Doch keine Zeit. Arbeit wartet auf mich. Nützt ja nichts.

11:24
Flocken.
Die Nase gegen die Scheibe gepresst sehe ich tatsächlich einzelne Flocken.
So schön. Von hier drin.
Nachher wirklich raus zum Fotografieren?

13:57
Ja, los jetzt.
Die Kamera liegt so einladend neben mir. Also.
Feierabend.
Schuhabdrücke, einen nach dem Anderem in frischen, liegen geblieben Schnee hinterlassen.
Herrlich.
Mehr davon, bitte nicht.

14:07
Lyra. Kamera.
Altes Objektiv vorn dran.
Los geht's.
Erstes Motiv. Ausprobieren. Wieder rein kommen.
Gelungen. Weiter geht's.


Oper Leipzig

14:22
Autsch. Finger klebt am Objektiv fest. Logisch, hätte ich mir denken können bei den Temperaturen.
Noch spüre ich jedes bisschen Kälte daran.
Aber schau da. Das ist schön. Ja vielleicht mehr von vorn. Aber die Perspektive ist nicht schlecht.
Jetzt spüre ich die Kälte auch nicht mehr so an den Händen. Sind eh von der Feuchte eingefroren.
Schön. Weiter geht's.



Universität Leipzig



14:40
Gehe ich jetzt erst da lang und da, oder laufe ich eh doppelt und dreifach durch die Stadt?
Na los, ehe es dunkel wird.
Oh, die Farben sind toll. So monochrom.
Mist, wo sind denn die ganzen Fahrräder hin?
Stimmt ist ja Winter, wer ist schon so verrückt?
Laufe ich noch mal zurück zu den anderen Abgestellten?
Ne, hast ja schon Fotos gemacht. Die werden nicht besser.




15:04
Mist Handy. Warum geht's du aus?
Verträgst wohl keine Kälte?
Memme.
Wo war das alte Haus? Ich glaube da drüben.
Dann da hin.



Altes Woolworth Gebäude Leipzig

15:11
Ach, schön.
Da ist es ja. Die Reklame sieht auch gut aus. Schade, dass sie nicht an ist.
So schauen wir mal.
Mist. Hier ist es zu eng.
Das Objektiv hat eine zu lange Brennweite. Naja, geht nicht anders.
Mach ich das Beste draus. Wird schon passen.
Sind bestimmt ganz gut geworden. Werde ich ja nachher zu Hause sehen.





15:15
Oh Gott, wie ich Struktur von alten Gemäuern liebe. Und ja ausnahmsweise passt der Schnee vom Himmel fallend ganz gut. Hat was sanftes, aber zu gleich fundamental kaltes.

Schön.
Nikolaikirche

15:35
Brrr. Meine Hände spüre ich nicht mehr.
Aber los. Letzter Spot.
Blech. Eine ganze Fassade aus Blech. Na wird schon.
Bei der Größe lauf ich erst mal dahin. Irgendwie ist das immer noch zu nah und auch schief.
Dann dahin.
Jetzt passt es. Sehr gut.



Blechbüchse Leipzig

15:38
So das war's. Schluss für heute.
Beginnt eh schon wieder abzudunkeln.
Erst mal aufwärmen.
Na, nicht mich. Das blöde Handy!

16:08
Ach, guten Morgen, mein liebes Telefon. Ist es jetzt warm genug?
Nachrichten um Nachrichten.
Na gut.

16:41
Jetzt aber ab zur Bahn. Heim. Schluss für heute.
Ich glaube, meine kalten Füße danken es mir.

17:13
Herrlich. Ein bisschen an der Heizung sitzen, die Wolldecke über den Schultern die Bilder sichten.

17:25
Gott, bin ich müde.
Na gut. Weg mit den Bildern. Das Kissen ist mein.
Gute Träume.

19:18
Guten Tag Welt. Warum bist du schon wieder so dunkel?

19:21
So meine lieben Bilder. Her mit euch.
Ihr müsst schöner werden.

20:56
Na fein. Die sind ja nicht mal so schlecht.
Die dürfen gern auf den Blog. Nur wann? Dieses Wochenende? Naja weiß nicht. Eigentlich sollte Donnerstag noch einer kommen. Aber das schaffe ich mal wieder alles nicht.
Entscheide ich wann anders. Brauch ja noch einen Text.

23:57
Gute Nacht, Welt.
Reicht.
Hab genug.
Alles viel zu viel heute. Die Kälte, die Menschen in der Stadt, die Blicke der Vorbeilaufenden.
Zwar etwas entschleunigter als sonst, aber mir fehlt definitiv Schlaf.
Brauch ich jetzt einfach.

03:54
Ach, war bestimmt ein schöner Traum, aber hier ist es kalt.
Decke wieder bis zur Nasenspitze hochgezogen.
Bis zum frühen Morgen dann.


-Ende-

Das Besondere an den Aufnahmen ist das Objektiv. Ein altes Leitz Hector Projektionsobjektiv eingelassen in eine Einstellschnecke, die es ermöglicht das Objetiv in bestimmten Achsen und Winkeln beweglich zu halten und dabei erzeugt es Tilt Shift Effekte im Bild.


Krochhochhaus Leipzig


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Concentrahaus Leipzig


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Petersbogen Leipzig


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Petersbogen Leipzig


3 Kommentare :

  1. wirklich sehr schöne fotos und aufzeichnungen aus deinem tag! :)

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    1. Danke. =) Ich wollt auch einfach mal zeigen, dass auch bei mir viel übers Probieren abläuft. ;)

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  2. Dein Blog ist wirklich wunderschön!
    Ich werde definitiv öfter vorbeischauen <3

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