Irgendwie ich.

Irgendwie ich?

Wer bin ich wirklich?


Eine Frage 4 Worte. Scheint so einfach zu beantworten, doch säße ich vor einen Blatt Papier wüsste ich nicht das Wievielte es wäre, was ich zu beschreiben versuche.
Manchmal hab ich Angst vor mir selber.
Ich hab Phasen, da liebe ich, was ich fühle, was ich daraufhin tue, vor allem in der Kunst. Und es lässt mich auch jetzt noch lächeln, wenn ich auf das, was entstanden ist, blicke.
Dann denke ich, ich hab mich gefunden, habe den Mechanismus dahinter verstanden. Weiß, wie das mit dem ganzen Kunst-Kreativ-Ding funktioniert. Aber dann stell ich am nächsten Morgen erschreckend fest, es geht gar nichts mehr.
Dinge, die mir gestern noch Freude bereitet haben, finde ich zum Sterben langweilig. Dinge, die mir gefallen haben zu erleben, lassen mich kalt. Musik geht mir derart auf den Kranz, dass sich am liebsten still und leise den Kopf unter Kissen begraben möchte. Manchmal ist es sogar mit Essen und Gelüsten so, ich "liebte" sie, doch jetzt schüttle ich mich vor Ekel.
In solchen Momenten halte ich mich für durchgedreht. 
Was ist da oben los? 
Sitzt da was nicht richtig? 
Bin ich auf den Kopf gefallen?
Und dann stelle ich mir die Frage, wer bin ich wirklich?
Kann es denn sein, dass man über Wochen hinweg seine eigene Art ändert und das immer wieder in unregelmäßigen Abständen? 
Mal da ein paar Farben anders arrangiert und dort ein paar Augenblicke verziert. Andere Ecken dabei absichtlich dunkel gelassen werden, weil sie nicht mehr relevant sind. Und auch nicht mehr zu werden scheinen, was in ein paar Tagen aber schon wieder ganz anders aussehen kann.
Ich traue mir dann selber nicht. Und Erstrecht finde ich dann auch keine Antwort auf diese Frage. Es macht mich nicht wirklich traurig. 
Aber es gibt mir sogar die Chance, wenn ich es genauer betrachte, mich neu zu erfinden. Aber jedes Mal ist mir auch bewusst, dass das immer und jedes Mal harte Arbeit ist und viel Kraft bedeutet. 
Und ein Stück jedes Mal von mir verloren geht.
Denn neben all dem Kunstkram spielt ja noch das reale Leben. Dieses Klumpen Dreck, der am Bein hängt und sich restliches Leben nennt. Irgendwie muss man ja etwas schaffen, um frei zu sein. Frei zu sein, um Reisen, um kreativ sein, zum aber auch einfach man abschalten.
Gerade fühle ich mich wie angebrüllt. Sehne mir Ruhe herbei. Versuche sie gezwungen in meine Seele zu pressen, aber irgendein wahnwitziger Gedanke schreit mich an. Aber ich verstehe ihn verdammt noch mal nicht. Irgendwie stört es auch mein Denken, mein Abschätzen der Situation. Meine Weitsicht wird getrübt. Mit der ich sonst sagen kann: „Geht vorüber. Ist nur eine Phase.“
Also noch mal. 
Wer bin ich?
Rein faktisch?! 


Weiblich, 24, Studentin, Schwester, September geborene 


Unterm Strich kommt nicht viel rum. So lebenstechnisch habe ich nicht viel erreicht.
Ich war nie die wirklich Beste, also Klassenbeste. Na gut, ich war auch nie die Letzte. Aber immer nur Mittelfeld? Irgendwie nichtssagend. Unscheinbar.
Äußerlich? Naja was soll ich dazu sagen? Gesichter kann ich mir eh nicht merken und zu meinen Körper hab ich eher eine verzerrte Meinung, also lassen wir das.
Seelisch?
Ooooh, da kommt wohl einiges auf die Liste, doch sollte ich das bewerten, wüsste ich gar nicht wie. Denn irgendwie ist das alles nicht greifbar. Kann man auch nicht einfach auf eine Waage legen. Bringt ja nichts.
So ein zäher, grauer Nebel. Aus verschiedenen Substanzen. Und wenn ich gerade inspiriert bin, dann leuchtet diese Wolke aus Grau in allen Farben. 
So stelle ich es mir zumindest vor.
Naja, gut. 
Wie also kann ich mich als mich bezeichnen, wenn ich gar nicht weiß, wohin ich gehöre? Wohin die Reise geht, mit mir selber?
Bin ich Gefühlsmensch? Entscheide ich aus dem Herzen, aus dem Bauch oder sogar aus der Seele?
Nein, auch nicht. Nicht immer. Vor allen Dingen nicht in der Realität. Da entscheidet nur der Kopf!
Aber der ist niemals am Steuer, wenn ich mich in der Kunst verliere. Da entscheidet sehr wohl all das, was man als Gefühlsmensch benutzt. 
Herz, Seele, Bauch.
Also das bin ich ja dann wohl auch nicht.
Ja, vielleicht gehört da ein bisschen Verstand dazu, zu dem Kunstding, aber ich ertappe mich immer öfters dabei, dass er ganz ausgeschaltet ist, was irgendwie immer zu Ergebnissen führt, die zwar ganz angenehm zu machen waren, aber mir nicht so recht passen wollen. Egal wie ich sie drehe und wende. 
Naja, irgendwie ist das vielleicht so. So komisch. So unvorhersehbar. Und irgendwie muss ich das akzeptieren, schätze ich. Muss ich mit meinen Verstand kapieren, dass diese Seele, die sich so sehr in der Kunst verliert, nicht einem Schema x folgt. So wie in der Wissenschaft. 
Nein, irgendwie bleibt das alles und ich selber ein IRGEDNWIE. 
Ein irgendwie, das in der Luft hängt und eben ist, wie es ist. Eine Wolke, mal mit mal ohne Licht. Je nachdem, ob ich es anschalten will oder nicht.
Na gut, bin ich jetzt schlauer als vorher?
Ich glaube nicht. 
Denn das ist irgendwie auch nur eine Erklärung zum Überlisten meines Verstandes sich keine Sorgen mehr zu machen.
Ein halbes WIE und irgendwo ein IRGEND. 
Wenn ich es denn finde, wenn ich Lust habe es überhaupt zu finden. Grad nicht so wirklich.
Wie auch immer, Herkunft des irgend aus irgendwie.
Ich glaube, ich stelle mir die Frage einfach, wenn ich besser drauf bin. Irgendwie nicht so im grauen Sumpf des Alltages versinke.

Das Gefühl gehen lassen, nur die Erinnerungen nie vergessen!

- Nóirín -



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