Monologue.

With Nobody.
"Gedankenfetzen aus mir, aus meiner Welt. Alte und neue Gedanken. Lyriken, Geschichten oder einfach die gottverdammte Realität. MEINE WAHRHEIT."





Es ist dein Takt, in den ich nicht passen möchte, die Entfernung zwischen uns nur logisch.
Am Ende möchte ich den Menschen um mich herum Gutes tun, so wie sie mir Gutes tun.


Nobody: Das ist doch aber Liebe. Oder?

Wie soll man etwas beschreiben, dass man noch nie gefühlt hat? Noch nie das schmerzliche Ziehen wahrgenommen hat, was sich anfühlt, als wollte jemand mit aller Kraft das Herz entzweireißen? Noch nie die Sinne so betäubt waren, als ob sie zu lang in die Sonne gesehen hätten und nun versenkt sind?
Noch nie durfte ich das mein Eigen nennen.
Unterm Strich ist es jedoch egal. All diese Vorstellungen können nie abbilden, was es wirklich sein könnte. Höchstens schwarz-weiße Linien darum ziehen. Die Outlines beginnen zu zeichnen, nur mehr verschafft es nicht zu tragen.
Das Gefühl etwas Gutes zu tun, lockt mich süßlicher, als zu erfahren wie Liebe sich anfühlt. Aber dieses, so denke ich, sehr ähnliche Gefühl von Liebe, genau dieses Gefühl, etwas Gutes zu tun, empfinde ich für die Menschen um mich herum.

Nobody: Ist etwas Gutes zu tun nicht schon Liebe?

Wenn das die Liebe ist, dann mache ich das gern aus vollem Herzen. Empfinde es aber eher als unaufregend. Sollte das das große Versprechen des Lebens an die Liebe sein, dann ist die Wahrheit, dass ich in Momenten eher meine Erfüllung habe.

Nobody: In welchen?

In den Verschiedensten.

Nobody: Erzähl mir davon.

Alles zwischen Freundschaft und Leidenschaft. Und sei der Moment noch so klein.
Ein Augenblick lang die Augen zu schließen, bedeutet ich sehe immer wieder verschiedene Bilder, kleine Filme, die vor meinem inneren Auge beginnen zu leben.
Kleine durch Erinnerungen konservierte Momente.



[ein Augenaufschlag]

Sich drehender Glitzer im Milchglas.

[Augenaufschlag]

So etwas erfüllt mich genauso, genauso wie der Moment, wenn der Rauch in unsere Köpfe steigt, gezogen aus der Welt in die Melancholie unserer Seelen. Blutend aus den grauen, toten Augen.

[Augenaufschlag]

Das neue Erleben, wie es sein kann, das jemand gelehrt durch dich Blut leckt und entdeckt, was für Welten diese Linsen erschaffen.

[Augenaufschlag]

Das Knistern, was beginnt, wenn neue Verbindungen entstehen und du noch nicht weißt, ob Sehnsüchte, Leidenschaft und tiefgründige Freundschaft draus entsteht.
Und du irgendwann feststellst, es ist nichts und alles davon, was dazwischen liegt.
Und wenn ich manchmal völlig daneben liege mit meinem Gefühl für die Verbindung, so ist es doch das Kribbeln, was mir erlaubt ganz kurz zulächeln.

[Augenaufschlag]

Oder diese kleinen Reisen in Wälder und Berge, die einen Lidschlag lang zu seinen schien und am Ende so tief ins Herz gingen. Am Lagerfeuer träumend das Stockbrot aus der Kindheit schmeckend. Schwermütig-sehnsüchtige Erinnerungen, die im Feuer versenkt und gleichzeitig entfacht worden.

[Augenaufschlag]

Das zu erfahren, dass Kunst teilbar ist und wenn man Inspiration schenkt, sie sich sogar multipliziert. Doch auch, dass man Inspiration erfahren kann auf unendlich vielen Wegen. Vergänglich aber intensiv. Manchmal sogar aufopfernd.

[Augenaufschlag]

Menschen, die mich verändern, gegen meinen Willen. Doch ich am Ende erkenne, dass sich nur Katalysator dafür waren, was sowieso schon begonnen hatte.

[Augenaufschlag]

Moment mit der Familie. Zusammenzusitzen, sich der Vergänglichkeit des Augenblicks bewusst.

[Augenaufschlag]

Und jetzt grad mit weinen anzufangen, weil ich merke, dass ALLES so vergänglich ist, dass ich viel zu wenig Zeit mit den Menschen verbringe, die ich liebe, liebe auf einer ganz anderen Ebene aus dem Herzen, gesprenkelt mit einem kleinen Stück aus meiner Seele.

[Augenaufschlag]

Wenn ich vor der Kamera stehe, für diesen einen Moment in dem meine Knie drohen schwach zu werden.
Sei es der Holzsteg, unter dem salziges Wasser, fast schwarz in der Dunkelheit der Nacht, nach unseren Seelen greift oder nur das olle Dach neben dem Bahnhof und dem donnernden Rauschen der Dampfrösser, was zu mir herauf schwingt, wenn ich nach der Ruhe greife. Dieses Dach, das mir die Schwebe zeigt und mich festhält in meiner eigenen Welt.

[Augenaufschlag]

Momente, in denen ich mit verrückten Künstler-Seelen im Schnee am See, Tee trinke und Grimassen schneide.

[Augenaufschlag]

Egal, wie vergänglich das ist, es ist auch die Freiheit, die mir erlaubt alles zu tun. Die mir aber auch das Genick zu brechen droht. Diese groben Geschichten und feinen Linien darin, das liebe ich. Jeder Schritt zu einer meiner inneren Grenzen lässt mich wachsen.

[Augenaufschlag]

Und so viel mehr…

[Augenaufschlag]

Und ich frage mich dann, das alles aufgeben für das mir Überdrüssige, was ich bisher erlebte oder was mir andere in Aussicht stellen, wenn ich das Essentielle, eben das Gute zu tun, auch ohne die Konventionen tun kann?
Natürlich muss der Gegenüber das zu verstehen lernen, vor allem aber akzeptieren, nur dann kann das funktionieren.

[Augenaufschlag]

Ich mochte immer so gerne Menschen besitzen, doch ganz schnell begriff ich, dass ich mich nicht mal selber besitzen kann. Also hörte ich auf den Menschen zu personifizieren, sah ihn als Moment, als Moment um ihm etwas Gutes zu tun, aber nie ein endgültiges Versprechen anzunehmen. Nur existent zu machen, was das Hier und Jetzt zeigte, niemals die Vergangenheit der Zukunft gleichsetze.

[Augenaufschlag]

Ich weiß selber nicht, was ich hier mache. Aber Freiheit, gottverdammte Freiheit zu tun und zu „lieben", was man tut und will. Aber all das nicht als Personifikation, sondern als Moment zu sehen, als vergänglicher einmaliger Moment, macht das Leben für mich so unendlich bunt.

[Augenaufschlag]

Genauso, der Blick in Gespräche, in denen Erinnerungen entstehen, die einfach nur an Worten hängen bleiben und während man sich anblickt, lachend zu Boden geht.

[Augenaufschlag]

In einem anderen Augenblick bekommt man Bilder in die Hand gedrückt, auf denen man seelisch gänzlich nackt zu seien scheint. Man in den Händen hält, was andere in dir sehen, das deiner eigenen Vorstellung zu nah kommt.
Verrückt. Dankbar.

[Augenaufschlag]

Genauso wie nur die blanke Erinnerung an einen Moment, wo die Linsen einfach gesenkt blieben. Obwohl wir in diesem Moment viel schöner strahlten, als jemals zu vor und nie wieder genauso Strahlen werden.

[Augenaufschlag]

Der Augenblick, wenn man durch die Scheibe ins Grau starrt und sich seiner winzigen Rolle in der Welt bewusst wird.
Doch in dem ganz eigenen Leben der letzte Krieger ist und nur wir bestimmen können wann Tag und wann Nacht ist.

[Augenaufschlag]

Träume teilt, über zähe, lange Jahre hinweg und hofft, sich sehnsüchtig danach verzehrt, zusammen, dass sie in Erfüllung gehen.

[Augenaufschlag]

Mich aber auch zu verzetteln. Schmerz zu empfinden, doch sich zu sehnen. Obwohl man weiß, dass das alles viel zu verrückt ist, als das das jemand anders, außer man selber, es ertragen könnte.

[Augenaufschlag]

Und plötzlich merkt man, es harkt. Irgendwas greift nicht mehr ineinander. Und dann muss man schauen, wie man die Perspektive ändern kann. Dieser kleine Augenblick, in dem die Pole eine andere Stellung zueinander erhalten.
Ob man sich wohlfühlt, ob das noch funktioniert, diesen Berg hinauf zu rennen, damit man danach zu segeln beginnt oder ob man einfach die Richtung ändert und plötzlich wieder neue, die alleinigen Fußstampfen im Schnee zurückbleiben.
Der eigene Berg ruft. Stärker als der Gemeinsame. 


[Augenaufschlag]

Und wer folgt und mich ein Stück begleitet, nennt sich Freund.
Mit oder ohne Bedingungen.
Er bleibt.
Darüber hinaus.
Ob wir fallen oder fliegen.
Träumen oder nur schlafen.
Oder eben einfach nur da sitzen und ins Nichts starren.
Und warten, dass der Druck uns die Knochen bricht. 
Oder uns erstickt.
Wahlweise, wie jeder es möchte. 

[Augenaufschlag]

Oder ob sie uns plötzlich aus dem Nichts an der Hand nehmen. An uns reißen und mit uns die Kraft haben, uns zu schützen vor dem Zerbersten unserer Körper. Doch wichtiger das Schützen unserer Seelen.

[Augenaufschlag]

Deserteure unserer eigenen Leben.
Weil die Freiheit so viel reizvoller ist, als das uns vorgegebene Leben.

[Augenaufschlag]

Und manchmal endet ein Kapitel. Man bleibt stehen im Regen und weiß, wenn die Sonne am Horizont aufgeht, ist man neu, irgendwie, so verblasst wie am Anfang, um sich mit neuer, unwichtiger Farbe zu füllen.



- Nóirín -




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