When Doves Cry

Diese Schrift als Zeuge der alten Gefühle und Gedanken.


Wie mag es sein zu fliegen, wie die Tauben über die Stadt?
Durch den Schein der goldenen Reflexionen der Fenster? 
Durch die engen Gassen hindurch, durch den Blütenregen der Bäume?
Federleicht zu sein, als gebe es kein Morgen.
Wenn die Dämmerung wie eine schwermütige Melodie ihre Schwingen ausstreckt und dazu einlädt aufzusteigen und den lila Wolken Gesellschaft zu leisten.
Wie mag es sein sich diesem Moment zu ergeben, hineinzustürzen in die Unendlichkeit seines Augenblickes?
Wie mag es sein, wenn sich der Regen als neuer Nuance dazu gesellt und gar wie pures Gold im Angesicht der Sonne auf den Rost, das Glas und den Beton hernieder rieselt?
Wenn Dunst durch die Straßen zieht, aus den Gossen kommend, wie weiße Zuckerwatte?
Am Himmel zu reisen, über eine Stadt wie Paris, muss sein als würde man den bittersüßesten Tod sterben. 
Honigsüß der Duft der Gemäuer unter dem Dreck der Tauben wahrnehmbar.
Die Dächer Grün vom Kupfer. 
Auf einen von diesen möchte ich verweilen, der Stadt zuschauen, wie sie lebt, wie sie pulsiert, wie sie streikt gegen den inneren Zerfall.
Die Risse, das kalte Benzin in den Pfützen, der Dreck in unseren Lungen, all das verdreht diese Welt zu einem hässlichen Ort.
Doch betrachtet man die Details, erkennt man die Schönheit. 
Riecht die Kirschblüten, hört den Gesang der Vögel, das leise Atmen der Natur in ihr. 
Das dumpfe Schlagen des Herzens dieser Straßen.
Doch man sieht auch ihre Tränen ihres unendlichen Schmerzes.
Und doch möchte ich mich von ihr befreien.
Wie die schwarzen Raben auf ihren Dächern, stumm kundtun, wie sie voran schreitet zu ihrer eigenen Apokalypse. 
Wie sie dabei in einer schwermütigen Melodie beginnt zu singen.
Unseren Einsatz nicht verpassend, leise mit summend. 
Sich alles erhebt und zu einer Symphonie heranwächst, damit wir gleichen Schrittes dem letzten Sonnenuntergang entgegen treten.
Der Regen kühlend über unseren Köpfen unsere Seelen tröstend zum Abschied dieser untergehenden Welt. 
Schönheit ist vergänglich, doch bewahren wir sie in unseren Herzen, so können wir uns an ihr in unseren Träumen erfreuen.
Und so erwache ich jeden Tag, gehe ans Fenster und fühle in meinem Inneren dieses Flair von Schönheit und Vergänglichkeit und weiß, diesen Tag begehe, ich als sei es der Letzte dieser zarten Macht.
Damit ich nichts verpasse, erlaube ich mir zu träumen, ich sei eine eben dieser Tauben oder gar Raben auf dem Dach und verfolge das innere Leben dieser Pracht.
Erblicke jeden Winkel von dem Turm.
Spüre das tiefe Ticken der Turmuhr in meinem Rücken und stürze mich von dann bis wann hinab in den Abgrund dieser Stadt, um den Geruch des Benzins tief in meinen Lungen aufzunehmen, bis mir schwindlig ist und ich wieder einige Zeit auf meinen Dach verweile, genau solange, bis mir der Rausch der Sinne abhebt und ich aufs neue tanzend durch den Regen schweben will.
Ich verzehre mich nach der Hitze der Fassaden auf meiner Haut. 
Nach der dürre in den Lungen, währenddessen man versucht Halt zu finden in der Hast dieser Welt. 
Ich möchte einfach nur stumm beäugen, wie die Anderen sich abhetzen ohne Sinn und Verstand. 
Auf den Zeitpunkt warten, auszubrechen und denen ins Gesicht zu lachen, die glaubten, ich sei in ihren Seilen die Marionette. 
Ich möchte weinen vor Glück, wenn der Staub der Jahrhunderte vom erwachenden Beben von den Meisterwerken dieser Stadt fällt. 
Sie wieder Tageslicht erblicken. 
Die beschmutzen Staturen und Masken der alten Zeit Neues erfahren. 
Uns erfahren. 
Uns junges Blut. 
Wir sind doch mehr als nur unbeschriebene Blattpapiere. 
Ich möchte meine Geschichten nach außen tragen, nach ihnen greifen, sie erneut einfangen, sie verdrehen und sie aufs Neue auf eine Reise schicken, in derer sie mit neuen Farben bestückt werden. 
Ich möchte meine Bilder auf Papier bannen, als gebe es nur diese eine Sehnsucht. 
Ich möchte am Ende des Tages an den Himmel schauen und tief in meinem Herzen wissen, ich lebe meine Träume und ich liebe und lebe sie so abgöttisch intensiv, dass sie mir den Atem rauben. 
Ich möchte wissen, dass das grau über der Stadt doch schillernd schön ist, wie ein Regenbogen, gar wie die Natur selber. 
Ich hoffe, dass noch so viel mehr auf mich wartet hinter dem Horizont dieser Gebäude. 
Mir scheint jeder Tag aufs Neue so herzzerreißend schwer und doch möchte ich ihn beschreiten auf dem Weg zum Ziel. 
Den die Momente darin sind es, nach denen ich mich verzehre. 
Mit entschlossenem Schritt gebe ich den Takt meines Lebens an. 
Mal bedächtig und leise, mal laut schallend in Richtung Horizont. 
Richtung hinauf, zu den höchsten Türmen dieser Stadt. 
Diesem Koloss aus Stahl und Beton. 
Zehre meine Kraft aus den stillen Zeugen vergangener Tage. 
Aus den Kindern dieser Zeit wegen neue Geister entstehen. 
Diese, die versuchen werden die Welt neu zu erschaffen und mit diesen möchte ich auf die Reise gehen. 
Hinauf zu den Sternen. 
Hinauf zu den unendlichen Weiten, die uns erlauben unsere eigenen Geschichten zu schreiben. 
Siehst du das Feuer am Ende das Galaxie, siehst du, wie klein wir eigentlich sind? 
Siehst du, wie klein das ist was, wir erschaffen?
Und dennoch möchte ich für einen Tag ein Held sein. 
Und an einem Anderen gerettet werden. 
Am Nächsten mit den anderen den Kampf beschreiten und den darauf versuchen die blutenden Wunden zu stillen. 
Jeden Tag so intensiv leben, als gebe es die Sonne an nächsten Morgen nicht mehr.
Den schillernden Lichtern durch die Straßen folgen und mit jedem Schritt, den wir schneller werden, abheben. 
Aber und aber mal. 
Bis wir uns schwindlig und verdreht in den Armen liegen. 
Bis der Mond lachend vom Himmel fällt, weil unser inneres Kind Purzelbäume auf der Wiese des Lebens schlägt. 
Weil wir unter ihn tanzen, bis uns die Füße schmerzen und ihn mit Tränen befangenen Augen betrachten und wünschten den Himmel samt ihm zu berühren. 
Jeder Atemzug soll davon zeugen, dass wir hier hergehören und ich möchte, dass du fühlst, wie leicht wir dabei sein können. 
Welches Glück uns diese Welt bereit hält und was wir aus uns machen können, wenn wir nur wollen. 
Der Wind in unseren Haaren kühlt unsere Gedanken, wenn wir hinabblicken zu unserer Stadt, unserer Hoffnung, dass wir sie heilen, daraus beginnen wir Harmonie zu schaffen. 
Versuchen zu begreifen, dass wir zusammen Großes bewirken können. 
Wir mit der Zeit Hand in Hand und Schritt für Schritt Altes bewundern und Neues im Andenken daran errichten. 
Unser kleines Idyll erschaffen in dieser Welt. 
Unsere kleine Hütte mit unseren kleinen Träumen darin. 
Unsere Gläser der Erinnerungen darin aufbewahren. 
Auch wenn die Farbe schon vergilbt und welk vom Holz abblättert, so wird dieser Ort unsere Zuflucht werden. 
Unser Idyll, was uns Kraft schenkt jeden Tag aufzustehen und wieder ein Schritt Richtung Renaissance zu machen. 
Heute ist der Tag, ab dem es beginnen zu soll, unsere Wiedergeburt.


- Nóirín -


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  


✻  ✻  



0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen