➢ GIN.

Regen & verträumte Realitæt.



Der grobe Asphalt. Dunkel durch die Nässe. Große Tropfen perlen am Lack entlang. Die Straße führt endlos hinweg bis zum Horizont. Die verdreckten & verblassten Markierungen halten ihn in der Bahn.
Irgendwo da. Weiter entfernt zeichnet sich ein Schatten ab. Eine Silhouette im strömenden Regen. Langsam, zäh aber aufrecht. Auf der Haut die Kühle des Regens spürend.
Diese feuchte Luft verströmt einen betörenden Duft. Die Erinnerungen werden greifbar, wenn man die Augen schließt.
Das fast monotone Pumpen des Motors gepaart mit dem Klopfen des Regens an der Scheibe schiebt er sich über die Welt. Hin zu dieser Silhouette am Wegesrand. Sein Schritt genießend, so als möge er bis auf die Haut vom Regen geleitet werden. Von den Gedanken herumgeführt und zum träumen gezwungen. Mit einem tiefen Seufzen empfängt er sie, diesen kleinen bunten Staub in seinem Verstand, die Träume.
Weit entfernt muss er die Töne aus der Karosse wahrnehmen. Doch seine Hülle einzig das am Boden gebliebene. Der Rest schwebt. Irgendwo da oben in den Wolken aus denen dieses Grau herab jagt.
Manchmal trägt er ein Lächeln auf seinen Lippen. Manchmal eine Träne, die seine Wangen hinab rollt. Stumme Worte, die durch seine Lippen dringen. Unaufhörlich.
Öffnet er die Augen, schaut zu ihr, sieht man das Grau gespiegelt aus dem Himmel darin.
Die Regentropfen, die über seine Haare und die Wimpern hinabfallen. Dieses Nicken reicht. Dieser Blick hinauf zu ihm. Diese Einladung. 
Nähe & Wärme vereinen sich in dieser einen Berührung. Versteckt als Geheimnis auf den Polstern. Dieser Hand in der Anderen. Diese zwei Körper unendlich vollgestopft mit Gedanken. Unendlich schwer an der Sehnsucht. Dem trüben zähen Grau in den Adern. Dieses Atmen völlig unverändert langsam & ruhig. Als würden diese Lungen die Zeit bestimmen, atemlos also auch zeitlos? Vielleicht starten und enden wir nirgendwo. Aber wir sind echt. Kommen zur Ruhe. Die Stimmen, rau, erzählen sich stumm von den verträumten Realitäten. Sie, die auf seiner Brust, seinem Körper zu Träumen beginnt, er, der so viele Geschichten zu erzählen hat, die Augen schließt und sich der Sehnsucht ergibt. Gestanden auf dem fast weißen Schotter, der zum Sonnenuntergang noch erhitzt Staubwolken geformt hat, jetzt milchig blinde Pfützen bildend.
Wie wäre es, wenn wir aufhören, uns zu spiegeln und einfach genießen?
Dieser Traum ist echt. Versprochen diesmal ist er echt.

- Nóirín -



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